Schildkröten - die artgerechte Haltung der faszinierenden Tiere


Schildkröten: Die sensiblen Wildtiere sind Verwandte der Echsen, Schlangen und Krokodile. Diese Tierart ist nicht so einfach zu halten wie beispielsweise Meerschweinchen oder Kaninchen. Eine Schildkröte sollte sich nur der Tierfreund ins Haus holen, der bereit ist, die faszinierenden Tiere über viele Jahre artgerecht zu halten und zu pflegen. Es ist wichtig, dass sich der zukünftige Halter einer Schildkröte vor dem Kauf intensiv über ihre richtige Haltung informiert. Neben unserem Ratgeber findet der verantwortungsvolle Tierhalter in öffentlichen Büchereien und im Online-Buchhandel unzählige Fachbücher zum Studieren.

Die Lebensweise der Schildkröten-Arten ist sehr verschieden

Landschildkröten leben in der freien Wildbahn nicht in Großfamilien. Sie sind im Grunde genommen Einzelgänger. Treffen sich zwei Weibchen, haben sie meist wenig Interesse füreinander. Beim Aufeinandertreffen zweier Männchen kann es allerdings durchaus zu einer aggressiven Auseinandersetzung kommen. Begegnet eine männliche Schildkröte einem weiblichen Tier, dann wird er es wahrscheinlich bedrängen.

Deshalb sollte ein Anfänger bei der Schildkröten Haltung zunächst nur ein Tier erwerben. Denn das Geschlecht ist bei Jungtieren ohnehin kaum feststellbar. Sobald zu erkennen ist, ob es sich um ein Männchen oder um ein Weibchen handelt, kann der Tierhalter noch ein "Zweittier" kaufen. Mehrere weibliche Schildkröten zusammen zu halten, ist in der Regel kein Problem. Es kann auch eine Gruppe mit einem Männchen und drei Weibchen aufgebaut werden (ein Weibchen kommt mit dem aufdringlichen Männchen nicht zur Ruhe). Mehrere männliche Schildkröten dürfen nicht zusammen gehalten werden. Bei den zu erwartenden Auseinandersetzungen, könnte das schwächere Tier erheblich verletzt werden oder sogar zu Tode kommen.

Viele Schildkröten-Arten wie die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) benötigen ein Freigehege. Eine kleine Wasserschildkröte wiederum fühlt sich in einem offenen Aquarium am wohlsten. Selbst der kleinsten Wasserschildkröte, wie etwa der Rückenstreifen-Zierschildkröte (Chrysemys picta dorsalis), sollte ein Aquarium mit den Maßen 150 cm x 60 cm zur Verfügung stehen. Die Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni), ist beinahe die einzige Landschildkröte, die das ganze Jahr über in einem großen, offenem Terrarium leben kann. An sehr warmen Sommertagen, kann ein ausgewachsenes Tier, das Terrarium mit dem Freigehege tauschen. Das Weibchen der klein bleibenden Landschildkröte kann ausgewachsen mit einer Panzerlänge um die 13 cm beeindrucken, das Männchen erreicht dagegen nur 9 cm bis 10 cm Länge. Bei diesen, in ihren Heimatländern vom Aussterben bedrohten Tieren, dürfen im Handel nur Nachzüchtungen erworben werden. Europäische-Landschildkröten benötigen viel Freiraum, denn sie lieben es herumzulaufen. Für ihre artgerechte Haltung benötigen sie im Garten ein Freigehege mit echter Sonne. Das sollte mindestens 10 qm groß sein, für jedes weitere Tier kommen mindestens 5 qm Gehege-Fläche dazu. Das Schildkrötenhaus muss starken Wind aushalten. In einem gut angelegtem Freigehege finden die Schildkröten, kleine Hügel aus Sand und Erde, Versteckmöglichkeiten sowie Sonnen- und Schattenplätze. Holzwurzeln bieten sich für die Schildkröten als Klettermöglichkeiten an. Natürlich ist auch eine Trinkstelle vorhanden. Im Freigehege der Schildkröten sollten Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnessel, Wegerich, Vogelmiere, Ringelblume oder Roseneibisch wachsen. Die wachsenden Wildkräuter können zusätzlich in einer Küchenmaschine einfach zerkleinert und anschließend den Schildkröten als leckeres Menü serviert werden. Gras ist für die Tiere unverdaulich. Als Gehegeeinfriedung eignet sich eine Bretterwand oder eine Mauer, an der Steine, Wurzeln und kleine Erdwalle für Abwechslung sorgen. Den so interessant gestalteten Lebensraum werden die Tiere nicht als Gefängnis betrachten. Da manche Schildkröten-Arten bis zu 100 Jahre alt werden können, bedeuten die Tiere eine lebenslange Verantwortung sowohl für den jetzigen Halter als auch für seine Familie.

Schildkröten Terrarium

Kleine oder kranke Landschildkröten können vorübergehend in einem Terrarium untergebracht werden. Der Untergrund kann aus einem Gartenerde- Sandgemisch bestehen. Daneben sollte eine kleine "Badewanne", zugeschnitten auf die Größe der Tiere vorhanden sein. Heimwerker mit etwas handwerklichem Geschick basteln für ihre Schildkröten ein Terrarium aus Holz und Teichfolie. Als Beleuchtung kann beispielsweise eine UV-Metalldampflampe verwendet werden. Das Terrarium sollte in zwei Bereiche eingeteilt sein. In der trockenen, warmen Zone können sich die Schildkröten unter einem Strahler mit einer Temperatur bis zu 40 Grad Celsius erwärmen. Der feuchte und deutlich kühlere Bereich wird von den Tieren zum Schlafen und Abkühlen genutzt. Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass die ausschließliche Haltung von ausgewachsenen Europäischen Landschildkröten in einem Terrarium nicht artgerecht ist.

Reinigung des Terrariums: Das Terrarium gehört sorgfältig gereinigt. Auf verschmutzte und verdreckte Unterkünfte werden die sensiblen Tiere mit Unwohlsein und Krankheit reagieren. Zweimal im Monat wird das Substrat gewechselt. Dabei müssen die Scheiben, Wurzeln und Steine im Terrarium gereinigt werden. Die Wasserbehälter werden täglich sauber gemacht und nachgefüllt. Auch das alte Futter und der Kot wird jeden Tag entfernt